Parallel-Geld-System (Gedanken zum Lösungsansatz)
Stand 6.10.10


Ziel und Lösung = Zinsfreies Geldsystem:
Mittlerweile dürfte sich (wenn auch nur in kleineren Kreisen) das Ziel, ein zinsfreies Geldsystem zu etablieren herumgesprochen haben. Ein Lösungsansatz, um dieses Ziel zu erreichen ist die Einführung eines Parallel-Geld-System. Alles bleibt, wie es ist. Der Euro, länderübergreifend, mit seinen zinsträchtigen Spareinlagen, unser komplettes (marodes) Bankensystem mit allen ihren tollen Kapital-Anlege-Möglichkeiten, alles wie gehabt, nichts muss geändert werden.

Parallel-Geld-System:
Zur Lösung unserer Wirtschaftsprobleme führen wir jetzt einfach ein paralleles Geldsystem ein. Der kleine, aber entscheidende Unterschied, dieses Geldsystem bleibt zinsfrei, bzw. hat einen negativen Zinssatz. Die Funktionsweise des Parallelgeldes habe ich im Artikel Geld mit Ablaufdatum beschrieben.

Voraussetzung:
Um dieses Geldsystem durchzusetzen, muss der Staat die gesetzlichen Voraussetzungen treffen. Ohne den Staat geht gar nichts. Dies zeigt sich sehr deutlich bei den kleinen und zum Teil sehr erfolgreichen Regionalwährungen. In dieser Bescheidenheit wird sich aber der große Durchbruch, mangels Masse, nicht einstellen.

Durchführung:
Der Staat baut eine staatseigene Zentralbank (1) auf, die dieses neue Geld verwaltet und ausgibt. Dieses Parallel-Geld wird dem Euro gleichgestellt, das bedeutet es wird ein zusätzliches gesetzliches Zahlungsmittel geben. Alle Unternehmen werden per Gesetz verpflichtet, Arbeitslöhne in Parallelgeld auszuzahlen, und Zahlungen in Parallelgeld anzunehmen. Um einen weichen Übergang zu schaffen kann die Umstellung sukzessive über viele Jahre gedehnt werden.

Umstellungs-Szenario (Beispiel): Im ersten Umstellungsjahr kann festgelegt werden, dass alle Betriebe ab 100 Mitarbeiter, mindestens 20% der Löhne und Gehälter (der Rest in Euro) in Parallelgeld auszahlen müssen. Was für die Mitarbeiter in der Regel keinerlei Probleme darstellen wird, da sie das Geld zum Leben benötigen, und eh gleich wieder ausgeben müssen. Das Parallelgeld, das nur in Deutschland Gültigkeit hat, kann gegen einen Abschlag von 5%, jederzeit in Euro getauscht werden.

Empfehlenswert ist, dieses Parallel-Geld ganz bewusst lokal (z.B. in Deutschland) zu halten. Das bedeutet, der Lohn der Wirtschaftskraft bleibt dort wo sie erarbeitet wurde. Denn heute haben wir in Deutschland das Problem, dass zwar fleißig gearbeitet wird, aber die Gewinne ins Ausland abfließen, und nicht bei uns angelegt (investiert) werden. Das nennt sich dann Export-Überschuss, was nichts anderes bedeutet, als für Andere arbeiten.

Das Spekulative wird von der Wirtschaftsleistung des Volkes entkoppelt. Geht eine Euro geführte Bank Bankrott, nun denn, der Wirtschaftskreislauf wird mittels Parallelgeld weiterlaufen, denn das Parallelgeld kann nur auf einem anderen Institut geparkt sein.

Damit ist sichergestellt, dass das Erwirtschaftete auch bei denen bleibt, die es erwirtschaftet haben. Ein Leistungsabfluss ist nur mit Abstrichen und Einbußen möglich. Es wird wieder interessant, im eigenen Land zu investieren.

(1) Das momentan herrschende Finanzsystem wird dies mit aller Macht bekämpfen. Mit aller Macht bedeutet, unsere freien Medien wie Fernseh, Internet und Printbranche werden "gute" Gründe finden, warum eine Parallel-Währung nie zum Erfolg führen wird. Vermutlich wird dies erst machbar sein, wenn entweder das bisherige System vollends zusammenbricht, oder wenn die Bürger diese Umstellung erzwingen.